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Aloha aus Hawaii


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Hier meine kleine Geschichte und ich würde mich über Ergänzungen, Erinnerungen und Kontakte freuen! Mein Name ist Astrid und bin in den 80er-90er in Holtenau aufgewachsen...

Vom Kronshagener Bundeswehr Krankenhaus zogen wir ca. 1979 in das Neubaugebiet Eekbrook, in unser Haus. Soweit ich weiß haben wir in einem ehemaligen Moor gebaut, manche Häuser haben dort immer noch mit dem hohen Wasser in der Erde zu kämpfen oder erst gar keinen Keller. Eekbrook = Eichenbruch, mit der doppel EE Schreibweise erlebt man auf jeden Fall so einiges, wenn's um die Adresse geht... Ich erinnere mich an viele schöne Scherben und Glas Dinge die wir beim Bau gefunden haben. Weiß einer was dort früher mal war? Mein Bruder uns seine Familie leben dort immer noch.
 
Ich habe Holtenau lieben gelernt,die Möglichkeit ans Wasser zu gehen, durch die Kleingärten, Butterfahrten zu unternehmen, die Lotsen zu besuchen und in der Muschelecke (Richtung ehem. Badeanstalt) unsere Playmobil-Boote schwimmen zu lassen, geleitet von den großen Wellen des Lotsenbootes. Freie Fahrten mit der Kanalfähre in die Wik (als der Schuhkarton eingesetzt wurde war ich erst enttäuscht, so ein eckiges Boot sieht nicht gut aus). Die Wasserseite von Holtenau hat mir die Liebe zum Wasser nahegebracht und die Liebe zu windig stürmischen Wetter.
 
Meine Lieblingsspielplätze am Eekbrook, und der Abenteuer Spielplatz mit der Hängebrücke bei der neuen Turnhalle (die Skulpturen verstehe ich bis heute nicht, die Einradfahrer wirken für mich nach wie vor obszön und den tieferen Sinn hab ich bisher nicht verstanden)
 
Mein Lieblingsgrusel - über'n Friedhof durch die Kleingärten gehen - am grünen Haus vorbei und die Allee der Soldaten hinunter mit Sicht auf die Fenster der Kirche. Das waren unsere Mutproben... alleine. Am Eingang der Kleingärten stand lange ein unheimliches, grünes Haus, und irgendwann hat uns mal jemand der dort lebte vom Friedhof verjagt, keiner wollte ihm wieder begegnen... dem Mann vom grünen Haus das eben so unheimlich wirkte.
 
Shoppen tat ich am liebsten für Süßigkeiten am Anfang vom Thiessenkai, bei Bäcker Ahrens und Schrumm oder weiter runter in dem Imbiß falls es einem nach Currywurst und Pommes gelüstete. Der kleine Shop neben dem Friseur am Ecknerplatz der Scherz- & Schulartikel hatte war immer interessant für einen Besuch.
 
Ein bißchen Kirche - Ich habe gerne mit dem Kindern von Pfarrer Langstein gespielt, die hatten 'nen Pool und waren sehr nett - erinnert Ihr euch?! Nach meines Vaters Familie war ich katholisch und konnte in den evangelischen Kindergarten (im Dorf bei meinem Opa war es lange Zeit ein Thema), und in der Schule hatte ich speziellen Unterricht mit Frau Pottel, der immer so viel Spaß machte, und wir waren immer eine kleine Gruppe. Und das Beste am katholisch sein fand ich die paar extra mehr freien Tage die wir hatten. Doch ob dies oder dat, für mich war alles eine Kirche, ob im Kirchen-Kinderchor mit weiß gepunkteten dunkelblauen Röcken und weißer Bluse in der Dankeskirche in Holtenau oder Messdiener (rumsitzen war mir zu langweilig) in der ehemaligen St. Elisabeth Kirche in Holtenau.
 
Geschichten aus dem Eekbrook:
Die Halbrocker die damals in den 80iger in Holtenau auf ihren Mopeds durch die Gegend fuhren... Nachdem der Trupp das Spielhaus auf dem Holtenauer Spielplatz zum Rocker-Hauptsitz ernannt hatte, machten sie das Häuschen wetterfest bis sie soweit gingen dem Haus eine Tür mit Schloß einzubauen, schritt die Stadt wohl notgedrungen ein. Dann bauten sie heimlich eine Höhle in der großen Sandkiste unter dem Sand (das war eine Leistung, sie gruben eine Ecke der Sandkiste aus die sehr tief war, ich nehme an es war der Keller eines alten Fundamentes, aufgefüllt mit Sand für die Kids). Sie bauten Wände und ein Dach mit Luke und das Dach verschwand unter einer Schicht Sand und fertig war die Rockerhöhle. Wir, ein paar die Kids vom Eekbrook, Hayßenstraße und Lütjohannstraße wußten davon, und es war unheimlich spaßig die Höhle heimlich zu besuchen wenn keiner da war...
 
Als das erste Kabelfernsehen verlegt wurde, zeigte sich das man sehr viel Spaß mit Baustellen haben kann, Dixi-Klos umwerfen (sorry dafür, wir waren stolz wie Oscar das wir das konnten) und in manche leere Kabeltrommel konnte man einsteigen und von Freunden den kleinen Berg vom Jugendheim Eebrook runter gerollt und gestoppt werden. Auf den Trommeln konnte man laufen, wie im Zirkus.
 
Das Jugendheim hatte auch seine Parties, was nicht viel mit Jugendlichen zu tun hatte. Nach Polterabenden fand man die schönsten Scherben dort, und der Nachbar der sich immer so sehr über alles aufregte - der arme - für uns einfach zu amüsant und beliebtes Ziel für Klingel Streiche...
 
Die Kleingärten waren im Sommer und Herbst klasse zum Früchte stibitzen, und im Winter sind wir Schlittschuh gelaufen auf den kleinen Gräben, wenn man vom Eekbrook her die Kleingärten betritt. Wie uns das möglich war ist mir heut ein Rätsel, sie sind inzwischen so superklein...
 
Holtenau hatte viel zu entdecken, ich trat dem TUS bei, besuchte die Grundschule dort, erkundete mit meinem Rad die Kleingärten, die Wege zum Friedrichsorter Strand und die Wälder zwischen Gut Knoop & Altenholz-Stift. Die Hochbrücke wurde zum Spielplatz und der alte Eiderkanal zum Wanderziel, mit Eis essen in dem kleinen Restaurant am Kanal. Der Kanal hatte einen schönen Trampelpfad (der damals an der Fähre begann).
 
Auswandern aus Holtenau:
1996 zog ich für meine Ausbildung nach Hamburg und zehn Jahre später traf ich meinen Lebenspartner dort und zog mit Ihm in seine Heimat (USA-Hawaii). Seither lebe ich hier und habe dieses Jahr Holtenau und meine Familie wieder besucht.
 
Meine Wünsche für Holtenau:
Holtenau ist wunderschön, und vielleicht war es gar nicht so schlecht das Holtenau so beschränkt wachsen konnte, durch den Flughafen. Die Wasserseite macht wirklich was her, und ich trauere etwas darum das luxuriöse Wohnblöcke geplant sind, wo nun der kleine Yachtclub ist (ehem. Badeanstalt). Ich bin nicht gegen Veränderungen, aber ich wünschte mir schöne Veränderungen. Vielleicht nicht ganz so klobige eckige Luxsusappartments und statt dessen vielleicht ein neues Zentrum für die Holtenauer in stilvoller Architektur... Ein Platz wo Jung und Alt zusammenkommen könnten. Eine kleine Multifunktionshalle für Kunst, Musik, Theater und Kinder- und Jugendarbeit...
 
Holtenau ist schön und hat Herz. Bitte verkauft euch nicht. :)
 

Astrid Bechtel
Montag, 03. Dezember  2007